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Milben-Allergenkomponente Der p 23 ab sofort verfügbar

Milben-Allergenkomponente Der p 23 ab sofort verfügbar!

Hausstaubmilben sind eine der Hauptursachen für Atemwegsallergien und eine Milbenexposition ist ein wesentlicher Auslöser für Asthmaexazerbationen. Die Behandlung von milbeninduzierter Rhinitis und Asthma umfasst Medikation, Allergenmeidung und in bestimmten Fällen eine spezifische Immuntherapie (SIT).


Symptome auf eine Milbenexposition in der klinischen Vorgeschichte des Patienten sowie der Nachweis von milbenspezifischem IgE bilden die Grundlage einer Milben-Allergiediagnose. Extraktbasierte Tests sind in der Regel der erste Schritt, um eine Milbensensibilisierung nachzuweisen. Wird für einen Patienten eine spezifische Immuntherapie mit Milbenextrakt in Erwägung gezogen, sollten die sensibilisierenden Allergene auf molekularer Ebene identifiziert werden, um eine optimale SIT auswählen zu können.

Dermatophagoides pteronyssinus und Dermatophagoides farinae sind die am weitesten verbreiteten Milbenarten in der gemäßigten Klimazone. Beide enthalten zwei Majorallergene – Proteine der Gruppe 1 und der Gruppe 2 aus Milbenkot bzw. Milbenkörpern. Mit Testung der beiden Komponenten Der p 1 und Der p 2 können, wie Studien aus Europa, Nordamerika und Japan zeigen, 63 – 97 % der Patienten erfasst werden, die gegen D. pteronyssinus-Extrakt sensibilisiert sind. Werden bei der diagnostischen Abklärung also nur Allergene der Gruppe 1 oder der Gruppe 2 getestet, könnte folglich eine siginifikante Anzahl an Patienten mit Milben-Sensibilisierung unentdeckt bleiben.

Der p 23 – ein potentes Majorallergen

Bis heute sind neben Der p 1 und Der p 2 aus D. pteronyssinus zwanzig Allergene in der WHO/IUIS Datenbank registriert (http://www.allergen.org). Darunter scheint Der p 23 von besonders hoher klinischer Relevanz zu sein, wie aktuelle Studien zeigen. Das allergene Protein kommt, wie auch Der p 1, auf der Oberfläche von Milbenkotpartikeln vor, die die wichtigsten Aeroallergene der Milben sind. Der p 2 findet man hingegen vorwiegend in Milbenkörpern. Bis zu 74 % der D. pteronyssinus-allergischen Patienten sind gegen Der p 23 sensibilisiert, was auch annähernd der Häufigkeit der Sensibilisierungen gegen Der p 1 und Der p 2 entspricht. Obwohl bei Milbenallergikern die spezifische IgE-Konzentration gegen Der p 23 im Schnitt fünfmal geringer ist als gegen Der p 1 und Der p 2, scheint Der p 23 bei der Aktivierung von Mastzellen zehnfach potenter zu sein als Der p 1. Damit stellt sich Der p 23 als hochallergener und häufiger Auslöser von Sensibilisierungen (Majorallergen) gegen Hausstaubmilben dar. Dies stärkt die Vermutung, dass das Allergen eine wichtige Rolle für die Immunantwort spielt.

Potenzielle Kreuzreaktivität

Die Aminosäuren-Sequenzidentität von Der p 23 und Der f 23, dem korrespondierenden Homolog aus D. farinae, beträgt 87 %. Die Strukturanalyse von Der p 23 und anschließende Strukturmodellierung von Der f 23 weisen auf eine hohe Kreuzreaktivität zwischen den beiden Proteinen hin, auch wenn der Beweis noch aussteht.

Der p 23 als Marker für milbeninduzierte respiratorische Erkrankungen/Asthma

Die Milben-Allergie ist ein Hauptrisikofaktor für Asthma und eine frühe Milbensensibilisierung hat erhebliche Auswirkungen auf die Lungenfunktion. Der Schweregrad von Asthma korrelliert sowohl mit der Anzahl der Sensibilisierungen als auch mit den sIgE-Konzentrationen. Auch auf molekularer Ebene korreliert die Anzahl der komponentenspezifischen Sensibilisierungen mit der Schwere der Erkrankung. Sensibilisierungen treten schon Jahre vor der Krankheitsentwicklung auf, wie am Beispiel von Kindern mit Gräser-Allergien gezeigt wurde. Ähnliche Ergebnisse für den Zusammenhang von Milben-Sensibilisierung und allergischer Atemwegserkrankung zeigte die MAS-Kohorte: Hier stieg die Anzahl der spezifischen Sensibilisierungen gegen Milbenallergenkomponenten parallel zur Schwere der Erkrankung. Außerdem erwies sich die Sensibilisierung gegen Der p 1 oder Der p 23 bereits vor dem sechsten Lebensjahr als Indikator für Asthma im Schulalter.

Kinder mit Milben-Allergie und Asthma sind gegen mehr Milbenallergenkomponenten sensibilisiert als pädiatrische Milbenallergiker ohne Asthma. Auch die IgE-Spiegel gegen Der p 1, Der p 2 und Der p 23 sind bei asthmatischen Kindern höher als bei nicht-asthmatischen. Insgesamt zeigen die vorliegenden Studien, dass sIgE gegen Der p 23 wichtige Informationenen über das Fortschreiten der Erkrankung liefern kann und sich als Marker für die Schwere von Asthma bei Hausstaubmilben-Allergie eignet.

Relevanz von Der p 23 für die SIT

Die Sensibilisierungsraten für D. pteronyssinus variieren je nach Region, doch haben im Schnitt über 10 % der milbensensibilisierten Erwachsenen und Kinder kein sIgE gegen Der p 1 oder Der p 2. Ungefähr die Hälfte dieser Patienten ist wohl gegen Der p 23 sensibilisiert, wie Studien schließen lassen, in denen Patienten auf mehrere andere Milbenallergene negativ getestet wurden. Insgesamt deuten die vorliegenden Studien darauf hin, dass 4 – 6 % der Milbenallergiker gegen Der p 23 monosensibilisiert sind.

Es ist wichtig, vor der Auswahl der SIT das individuelle Sensibilisierungsprofil des Patienten zu erfassen, da der relative Gehalt von Der p 1 und Der p 2 in therapeutischen Milbenextrakten stark variieren kann. Jüngst wurde eine standardisierte Milbentablette für die sublinguale Immuntherapie mit einem nahezu gleichen Verhältnis von Der p 1 und Der p 2 eingeführt. Da jedoch der Behandlungserfolg davon abhängt, ob das IgE-Profil des Patienten mit dem Allergengehalt des therapeutischen Extrakts korreliert, ist bei größerer Abweichung oder Extrakten ohne Anteil der relevanten Komponenten nur ein geringer Erfolg zu erwarten.

Der p 23 kommt in Milbenkot und Milbenkörpern nur in geringer Menge vor und könnte auch in therapeutischen Extrakten unterrepräsentiert oder gar nicht vorhanden sein. Infolgedessen besteht bei Patienten mit Monosensibilisierung oder deutlicher Sensibilisierung gegen Der p 23 die Gefahr, dass die SIT-Behandlung weniger erfolgreich verläuft als bei Patienten mit überwiegender Sensibilisierung gegen Der p 1/Der p 2.

Abschließend betrachtet können mit der zusätzlichen Testung von Der p 23 neben Der p 1 oder Der p 2 bis zu 5 % mehr Patienten mit Sensibilisierung auf Milbenextrakt erfasst werden. Außerdem können Patienten mit einer deutlichen oder sogar überwiegenden Sensibilisierung gegen Der p 23 identifi ziert werden, sodass eine fundiertere Einschätzung der Erfolgschancen einer SIT getroffen und/oder der geeignete Extrakt ausgewählt werden kann.

ImmunoCAP Milben-Allergenkomponenten

Spezifische Marker Kreuzreaktive Marker
Der p 1   (d202) Der p 10 (d205; Tropomyosin)
Der p 2   (d203)  
Der p 23 (d209)  

 


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